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Morgens um 4 klingelt der Wecker. Die Nacht war ruhig und brachte (leider) keine Löwen oder sonstige Überraschungen. Schade. Um 5 sind wir fertig und schleichen in der Gegend herum, bis der Ranger wach wird. Freundlicherweise schreibt er 6 Uhr auf den Permit und wir dürfen fahren. Der Sonnenaufgang um kurz nach 5 ist phantastisch. Am Wasserloch erwische ich einen Honey Badger, aber das Bild wird ohne Stativ unscharf. Wir fahren gedankenverloren durch das Nossob Valley. An einer Karkasse streiten sich Schakale mit einem Bateleur Eagle und auch die Geier sind schon da. Ein Paar Bat-Eared Foxes, Löffelhunde rennt direkt vor uns über die Straße. Drüber angekommen, drehen Sie sich um um uns empört mit großen Ohren anzuschauen. Ein paar km weiter springt uns eine Herde Wildebeests vor die Kühlerhaube. Es ist leider nicht ersichtlich, wovor sie wegrennen. Es ist inzwischen kurz vor sieben und überall sind Tiere unterwegs. Wir schauen, was das Zeug hält und schmieden schon mal Pläne für Weihnachten und/oder Silvester hier im Kgalagadi Transfontier National Park. Der Park wird seit dem Jahr 2000 mit Botswana zusammen verwaltet, der Zaun zwischen dem Gemsbock National Park (SA) und dem Kalahari Gemsbock National Park (Bot) wurde längst eingerissen. Nur die Unterkünfte und die diversen Trails werden noch im jeweiligen Land verwaltet. Den großen Durchbruch für den Park gab es dann 2007, als das Gate für den länderübergreifenden Tourismus nach Namibia bei Mata Mata geöffnet wurde. Nun können die Touristen über 5 Eingänge in 3 Ländern den Kgalagadi besuchen. Der Begriff Kgalagadi bedeutet in der Sprache der San, also der Buschleute Place of Thirst. Und dieser Begriff ist bestimmt der treffendste für diese unglaublichen 37 256² km, die sich über zwei der drei Ökosysteme der Kalahari erstrecken. Wir haben nur einen Bruchteil gesehen in den vier Tagen, Profis fangen unter 14 Tagen gar nicht an und so manch ein Rentner verbringt mehrere Wochen im Jahr im Park. Um kurz nach sieben kommen wir an das Wasserloch Cubitje Quap, hier hat eine Herde aufgebrachter Wildbeester ein Hyänenrudel von 7 Tieren in die Mangel genommen und sowohl ins Wasser gejagt, als auch in die Flucht geschlagen. Mensch, sind die Hyänen hier riesig und dennoch haben sie sich vor den wütenden Gnus verjagen lassen. Eine Hyäne erwische ich grad noch von hinten mit nassem Fell. Ein paar km weiter rennt uns noch ein Oryx im vollen Galopp vor der Nase. Um 11 Uhr sind wir kurz vor Twee Rivieren. Etwa eine Stunde zu früh nach dem vorgegebenen Zeitplan der Parkverwaltung. Um die Geschwindigkeit zu kontrollieren, wird ja die Abfahrtszeit auf dem Permit festgehalten und wer früher da ist, ist eindeutig zu schnell gefahren. Wir sind ja auch eine Stunde zu früh los. Wir überlegen grad, wie wir uns die Zeit vertreiben können, da sehen wir links neben der Straße einen Geparden im Schatten des Baums liegen. Es ist eine Sie, eine bildhübsche Cheeta mit Sendehalsband. Ihr ist warm und sie ist unruhig. Wir sind ganz alleine und können den traumhaften Anblick in Ruhe genießen, keine anderen Autos, die auf der Suche nach der besten Kameraposition herumkurven.... Eine Stunde bleiben wir im Auto am Straßenrand sitzen und beobachten, wie sie immer wieder die Stellung wechselt, prüfend hin und her schaut, mal wieder döst und wieder aufsteht. Es kommt kein anderes Autos vorbei und diese Cheeta gehört uns ganz alleine. Ein toller Abschied nach 45 Tagen unterwegs im südlichen Afrika. Schweren Herzens reißen wir uns los, es liegen noch über 1200 km vor uns. Wir haben mit den 300 km heute morgen ja erst 20% des Heimwegs hinter uns gebracht. Schnell sind wir in Twee Rivieren und haben uns abgemeldet. Ein kurzer Stopp noch beim Khomani-San Projekt an der Straße nach Upington, noch ein paar Mitbringsel gekauft, dann geht es auf endlose Kilometer immer geradeaus führender Straßen durchs Northern und Western Cape in den Overberg. Es zieht sich und zieht sich. Immer noch machen sich bei mir die Nachwirkungen der Malaria-Medikamente bemerkbar, die ich zwar seit vier Wochen nicht mehr nehme, die aber immer noch Müdig- keitsattacken hervorrufen. Um 22 Uhr geben wir auf und suchen uns in Calvinia eine Unterkunft in einem B&B. Im Rolbos Guesthouse nimmt man uns noch auf, obwohl es schon lange dunkel ist. Nach ein paar Stunden Schlaf stehen wir um 5 Uhr auf, den Schlüssel werfen wir wie vereinbart durchs gekippte Fenster. Um 12 Uhr sind wir in Struisbaai, unserer Heimat für die nächste Zeit. Dort geht es schnell, das Auto wird leergeräumt, zum Waschen gebracht, die Sachen aussortiert und das Auto wird wieder beladen. Schon am nächsten Morgen geht es weiter nach Cape Town, um es dem Vermieter zurück zu geben. Die moderne südafrikanische Welt hat uns wieder, aber es wird nicht sehr lange dauern, werden wir wieder unterwegs sein. To be continued .....
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