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Southerndreams-Tour 2008

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Kgalagadi Transfrontier National Park - Löwen im Thunderstorm - 19. Oktober 2008

Picture ( C) BeeTee - Kudu in NamibiaWir verlassen das trostlose Hobas Rest Camp am Fish River Canyon mit der Toröffnung. Der Beamte ist sichtlich genervt von uns, am Vortag musste er uns Geld zurückgeben und nun stehen wir weit 10 Minuten am Tor! Der Morgen war schrecklich, mit dem ersten Tageslicht brummte es ums Dachzelt herum, der Blick hinaus verriet, es waren keine Honig-Bienen, sondern eklige Fliegen in riesigen Schwärmen. Puh, bin ich froh, dass wir da weg sind. Wir fahren 270 km über die B3 an die Grenze zu Südafrika. Unsere einzige Abwechslung ist ein armes Kudu-Weibchen am Straßenrand, welches seinen Weg nach Hause nicht mehr findet und die Reifenreparatur an einer Tankstelle im Picture ( C) BeeTee - Strasse in den Kgalagadi Transfrontier National ParkNirgendwo, die uns am Sonntagmittag N$ 24,- kostet. Einfach unglaublich, der Mann arbeitet ca. 40 Minuten für € 2,40. Ich gebe ihm 40,- N$ und sage ihm, es ist ja heute Sonntag. Die Straße ist eine gute Gravel Road. Der Grenzübergang gestaltet sich problemlos und um 12 Uhr sind wir wieder zurück in Südafrika. Die Straße ändert sich schlagartig, nun haben wir eine niegel-nagelneue Teerstraße vor uns. Nun liegen noch mal 380 km vor uns und in Uppington müssen wir noch einkaufen. Wir sputen uns und geben ausnahmsweise mal richtig Gas, denn die letzten 260 km hinter Uppington bis zum Park sollen eine schlechte Gravel Road sein, Picture ( C) BeeTee - Kgalagadi Transfrontier National Parkfür die man mehrere Stunden benötigt. Aber das Glück ist mit uns, die Straße wird gerade geteert und nur die letzten 2 - 3 km sind noch üble Gravel Road. Wir checken um kurz nach 16 Uhr in Twee Rivieren ein und buchen vier Nächte, jeweils in Chalets. Die erste Nacht werden wir in Twee Rivieren verbringen, danach geht es nach Nossob, von dort nach Mata Mata und dann wieder durch den ganzen Park nach Grootkolk, ein Wilderness Camp fast im äußersten Norden des Parks, kurz vor Unions End. Wir werden uns an den beiden letzten Tagen sputen müssen, zu den 1200 km, die wir zurück nach Struisbaai fahren müssen, sind nun noch 300 km im Park Picture ( C) BeeTee - Kgalagadi Transfrontier National Parkdazugekommen. Aber es war kein anderes Wilderness Camp mehr frei und das wollte ich auf jeden Fall haben. Wir bringen unsere Sachen ins Chalet, legen Fleisch zu Auftauen heraus und los geht’s zum ersten Game Drive. Der Kgalagadi NP hat mich magisch angezogen, seit ich von diesem länderübergreifenden Peace Park gehört habe. Der einzige Grund, warum wir ihn nicht in die Tour eingebaut hatten, war die Tatsache, dass uns zwei Tage zu wenig gewesen wären. Nun haben wir durch den Wegfall Picture ( C) BeeTee - Löwen im Kgalagadi Transfrontier National Parkvom immer noch geschlossenen (auch noch Anfang 2009 !) Ai-Ais noch einen Tag hinzubekommen und mit ein wenig Basteln vier Nächte und viereinhalb Tage herausgeholt. Was bin ich happy, man kann es gar nicht beschreiben. Wir fahren mit der Karte des Parks, die 1,- € gekostet hat und sehr gut gemacht ist, erst mal von Twee Rivieren los Wir sind im nordwestliche Teil des Kgalagadi TNP. Zunächst führt die Straße ( eine Gravel Road in gutem Zustand) 5 km am trockenen Nossob River entlang. Beim Wasserloch Samevloeiing finden wir erst mal nichts. Also ein paar m zurück und auf in Richtung Mata Mata. 20 km zieht sich die Straße nun durch herrliche rote Dünen, bevor sie hinab ins Aob Tal führt. Wir sehen vereinzelte Oryxe und niedliche braune, vorsichtige Steenböcke. Das Wetter entwickelt sich zu einem gewaltigen, für die Kalahari typischen Thunderstorm. Mit dem deutschen IMG_4320_1Gewitter hat das nichts zu tun. Rings herum blitzt es, die Wolken ballen sich zu riesigen Gebilden zusammen, das Licht ist unglaublich. Die Tiere gehen aber ungerührt ihrer Beschäftigung nach. Ein paar Oryxe verschwinden hinter der Düne.  Die weiß gepuderte Gravel Road bildet einen irren Kontrast zu den roten Dünen und zu den Wolken, die in allen Farben schillern. Die Lust scheint zu vibrieren. Es wird dunkler und dunkler, aber wir fahren langsam weiter. Nur wenige hundert Meter nach der Abfahrt ins Tal, die Straße ist nun eine gut zu befahrene Sandpiste, kommen wir an das Wasserloch Houmoed. Hier trauen wir unseren Augen nicht, ein großes Picture ( C) BeeTee - Löwen im Kgalagadi Transfrontier National ParkLöwenrudel mit zwei erwachsenen Männchen, mehrere Weibchen und Jungen in verschiedensten Altersklassen liegen verschlafen mitten im Tal. Unsere ersten Kalahari-Löwen. Nach nur einer Stunde im Park! Die beiden Männchen haben die volle Pracht der schwarzen Mähne, die so typisch für diese Tiere ist. Noch herrscht Ruhe, alle sehen satt aus und gut genährt. Direkt über den Löwen blitzt es und ich schaffe es, einen Blitz direkt über der darüber liegenden Düne aufzunehmen. Leider sind die Tiere etwas weit weg und die zunehmende Dunkelheit macht das Fotografieren auch nicht wesentlich  einfacher. Aber wir freuen uns wie die Schneekönige. Fast eineinhalb Stunden sitzen wir nur daPicture ( C) BeeTee - Löwen im Kalagadi Transfrontier National Park und beobachten die Kleinen beim Spielen und die ganze Horde bei verschiedenen Aktivitäten. Über uns tobt der Sturm, aber es fällt kein Tropfen Regen. Eines der beiden imposanten Männchen, es werden wohl Brüder sein, die gemeinsam über das Rudel wachen und so die Chancen der gesamten Familie auf das Überleben verdoppeln, steht auf und geht kurz mal wohin und legt sich keine 10 m weiter wieder hin. Sein Gesichtsausdruck beim Wasserlassen ist fantastisch. Nach und nach werden alle Mitglieder der Löwenfamilie wach. Die Jüngsten versuchen, die Teenager zu Spielen zu veranlassen. Picture ( C) BeeTee - Löwen im Kgalagadi Transfrontier National ParkDrei Generationen Löwen leben hier zusammen, doch bald werden die jungen Löwen-Männchen, die so langsam anfangen, eine Mähne zu bekommen, das Rudel verlassen müssen. Abwechselnd scannen die erwachsenen Löwinnen und Löwen die Umgebung. Auch wenn die Gruppe stark ist, darf die Aufmerksamkeit nie nachlassen, schnell hat der Todfeind, die Spotted Hyena eines der Jungen gepackt. Die Weibchen scheinen sich langsam auf die Jagd zu begeben, immer wieder schauen sie intensiv ins Tal nach Osten (wohin wir leider weder hinfahren noch hinschauen können).  Eine nach der anderen steht auf, geht ans Wasserloch, trinkt und setzt sich dann langsam in Bewegung. Picture ( C) BeeTee - Löwen im Kgalagadi Transfrontier National ParkDie Kleinen folgen der Mutter / Tante neugierig. Zu den beiden Männchen halten sie aber respektvoll Abstand. Am liebsten würde ich hier die Nacht verbringen. Es ist zu schön, den Tieren zuzuschauen. Langsam werden es aber immer weniger Tiere, nur noch die Männchen und zwei weibliche “Baybsitter” bleiben bei den Youngsters, den Cubs und Jugendlichen. Das ausgeprägte Sozialverhalten dieser Großkatzen ist fantastisch. Leider müssen wir um kurz nach halb 7 los, denn das Gate schließt um 7 Uhr. Immer noch blitzt es und man hört vereinzelt weit weg den Donner.  Schweren Herzens machen wir uns langsam auf den Weg zurück. Im letzten Licht sehen wir noch eine der Picture ( C) BeeTee - Löwen im Kgalagadi Transfrontier National ParkLöwinnen mit dem kleinsten Löwenjungen am Wasserloch spielen. In den Augen der Tiere spiegelt sich schon der Blitz wieder. Nun sind wir schon die letzten, die hier stehen und uns läuft die Zeit davon. Ob sie morgen wieder da sein werden? Wir genießen die Fahrt über die Dünen zurück nach Twee Rivieren. Mit der Höchstgeschwindigkeit von 50 kmh geht es zurück. Langsam fallen die ersten Regentropfen. Die Luft steht aber immer noch und es hat über 35°. Die Wolkenbildung bringt immer noch fantastische Bilder hervor. Um drei Minuten vor 7 sind wir durchs Tor des Restcamps geschlüpft. Gut, dass wir ein Chalet genommen haben, denn nun fängt Picture ( C) BeeTee - Löwen im Kgalagadi Transfrontier National Parkder Wind an zu blasen. Schnell das Permit, was man im Park immer bei sich haben muss (Zur Sicherheit und zur Kontrolle, sonst würde manch ein Tourist mal kurz nach Botswana rüber fahren), an der Rezeption abgegeben. Im Sturm mache ich den Grill an, wie alle anderen Nachbarn auch. Die Südafrikaner bringt so ein bisschen  Wind und Regen nicht aus der Fassung. Noch beim Feuer machen machen wir Bekanntschaft mit einem riesigen, hellen Skorpion, der wohl durch das Wetter durcheinander gebracht, versucht in unser Chalet zu gelangen. Zum Glück sehe ich ihn rechtzeitig und zum Glück ist die Tür teilbar und unten geschlossen. Er ist ziemlich rabiat und Picture ( C) BeeTee - Kgalagadi Transfrontier National Parkfast hätte er sich durch den Spalt gequetscht.  Außerdem ist der Skorpion fixe und hat ganz schön Kraft, das hätte ich nicht erwartet. Mit der Grillzange packe ich ihn und verfrachte ihn ins Gebüsch. Nun werden erst mal die geschlossenen Schuhe herausgeholt, man weiß ja nie. Sowieso schaute ich Anfangs in den Unterkünften immer erst unter die Betten und in alle Ecken, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Da aber nie etwas war, und die Namibier und die Südafrikaner in den Camps immer mit Sandalen umherlaufen, wurden wir nach und nach etwas entspannter. Beim Grillen unterhaltenPicture ( C) BeeTee - Kgalagadi Transfrontier National Park wir uns mit den Nachbarn, die meisten Gäste hier sind Einheimische. Der stürmische Wind facht das Feuer an und das Braaien (Grillen) geht sehr schnell. Das Abendessen schmeckt nach diesem Erlebnis natürlich doppelt gut, es beginnt nun auch zu regnen und nach dem langen Tag schlafen wir trotz Sturm, Regen und Wind schnell ein. Wir sind gespannt, was uns in Kgalagadi alles noch erwartet und können gar nicht glauben, dass wir in 6 Tagen das Auto schon wieder in Kapstadt abgeben müssen.
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Kgalagadi Transfrontier National Park

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