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Wir lassen es dafür eher ruhig angehen, um 7:30 fahren wir wieder in Richtung Sossusvlei. Was für ein Unterschied zum Abend zuvor, der 2 x 4 Parkplatz ist voll, Busse aller Art und PKW, die Transport-Jeeps haben alle Hände voll zu tun. Entlang der 6 km 4x4 Strecke laufen einige Unerschrockene, obwohl es um kurz vor halb 9 schon recht heiß ist. Am Dead Vlei Parking stellen wir das Auto ab, der Hinweis „ Follow the Markers“ ist eigentlich überflüssig, man sieht überall auf den Dünen die Touristen herumturnen. Wir geben ziemlich schnell entnervt auf, im ganzen Tal gibt es kein ruhiges Plätzchen, und fahren zurück zur Campsite, um zu frühstücken. An der Düne 45 kommt uns ein Safari-Jeep entgegen mit völlig eingemummten Gestalten, wir denken uns, dass die auf dem zugigen Wagen wohl schon lange unterwegs gewesen sein müssen, später erfahren wir, dass es Japaner waren, die, so vermummt wie sie waren, auf die Düne gestiegen sind, wahrscheinlich haben sie Angst vor der Sonneneinstrahlung. Heut ist es den ganzen Tag so heiß, dass das Wasser in den Flaschen zu kochen scheint. Wir nutzen den Tag mit Plantschen im Pool und Schreiben und sehen uns den Campingplatz etwas genauer an: Vorne beim NWR-Gebäude steht ein Schild, es besagt, dass umgebaut wird from 1 May 2007 to ____. Das ist Afrika! In Deutschland hätte ein Datum draufgestanden, welches aber sowieso nicht eingehalten wird. Wir beobachten die Fleischtransporter auf der Campsite, die Touristen-LKW’s mit den aufgesetzten Glaskästen mit 15 - 30 Personen darin. Sie fahren auf eine der großen Campsites, dann wird gefrühstückt, die Toiletten kräftig genutzt, teilweise sogar geduscht und viel Radau gemacht. Nach ein bis zwei Stunden geht’s dann weiter ins Sossusvlei bis zum 4x2 Parkplatz. Kein Wunder, dass der Campingplatz hier so teuer ist. Die Campsites ab Nr. 12 sind eindeutig die besseren. Sowieso sollte man erst einmal herumfahren, bevor man eincheckt und den besten Platz heraussuchen. Es gibt ja auch Plätze, in die man mit einem 4x2 nicht hinein kommt wegen Tiefsand, wie z.B. unser Platz Nr. 13. Ein Teil der Plätze ist mit einer niedrigen Mauer umgeben. Das kommt den südafrikanischen Touristen gerade recht, die sich oft in Gruppen wie mit einer Wagenburg aufstellen. Mit nur einem Auto sieht unser Stellplatz so richtig leer aus. Überall stehen übrigens bunt bemalte alte Öltonnen fürs Recycling. Wir schauen zu, wie die Reinigungstruppe sich langsam vorarbeitet. Zunächst geht ein Mitarbeiter vor und leert die Tonnen und fegt den Sand auf den freien Campsites. Der Abfall wird getrennt und für die Abholung bereits gelegt. Eine Stunde später kommt ein Bukkie (Transporter mit Ladefläche). Ein anderer Mitarbeiter leert nun die Grills und packt die Asche in einen großen Sack auf die Ladefläche. Wieder eine Stunde später kommt der Bukkie wieder und wieder ein anderer Mitarbeiter holt die Säcke mit dem Abfall. Es wird fein säuberlich Mülltrennung praktiziert. In manchen NWR-Campingplätzen sahen wir dann hinter dem Supermarkt riesige Lager an leeren Dosen. Diese werden in Townships zu Kunst veredelt. Am Nachmittag ist es immer noch heiß, bewölkt, diesig und die Luft steht. Wir waren inzwischen zwei Mal im Pool. Es wird auch zum Abend hin nicht besser, was etwas Abkühlung bringt, ist mit dem Auto herum zu fahren. So fahren wir um 16:30 wieder ins Sossusvlei, es sind wieder kaum Autos unterwegs, wie gestern sind wir ab Düne 45 alleine. Auch am Dead Vlei ist niemand und wir genießen den Sonnenuntergang direkt hier, bevor wir uns langsam auf den Rückweg machen. Obwohl wir nur eine Stunde später dran sind, ist das Licht völlig anders. Durch das diesige Wetter ist es zwar schwerer, so gute Fotos wie gestern zu machen, aber es ist dennoch unglaublich. Was für ein Wunder, dass wir wieder alleine sind. Die Stille und die beeindruckende Natur bewirken, dass man sich klein und unvollkommen fühlt. Nachdem wir heute Morgen die Menschenmassen im Sossusvlei erlebt haben, es war ja um 9:00 ja kein Parkplatz mehr frei, sind wir froh, nicht schon ganz früh und dann am Abend wieder gefahren zu sein.
Mit dem Auto mit Dachzelt muss man ja zunächst so gut wie alles einpacken. Und das morgens um 4:30! Dann steht man in der Schlange am Gate, wenn man Pech hat als Zehnter oder Zwanzigster. Dazu kommen auch noch größere und kleinere Vehikel der Sossus Dune Lodge, auch deren Gäste dürfen ja eine Stunde früher hinein. Nur um dann nach all dem Stress hinter 30 anderen die Düne hinauf zu stapfen? Und vorher ist man vielleicht mit 100 Sachen durch das Tal gebrettert? Nein Danke! Der Mond geht etwas später auf als gestern. Der Sonnenuntergang ist aber wieder ein farbliches Highlight. Der gemeinsame Sonnenunter- und Mondaufgang gestern war ja ein Glückstreffer. In Zukunft werde ich versuchen, solche Besuche auf ein Datum mit Vollmond zu legen. Die Daten findet man ja auf dem Vollmond-Kalender und man muss hier im südlichen Afrika ja nur die ggfs. eine Stunde Zeitverschiebung zum Mondaufgang mit einrechnen, solange in Deutschland Winterzeit herrscht. Der Rückweg völlig alleine durch das stille Tal ist ein Genuss. Die Dämmerung ist nur kurz, aber die Bilder sind intensiv. Hinter uns folgen drei Autos ab der Düne 45, das war’s an Verkehr. Am Gate ist wie am Tag zuvor niemand mehr. Uns interessiert, ob das Tor nach draußen auch offen ist, aber es ist schon zu. Es ist immer noch brütend heiß und auch der Wind scheint direkt aus dem Backofen zu kommen. Geschätzte 30°C! Nach den Erfahrungen mit dem verkohlten Abendessen vom Vorabend gibt es heute einen kalten Imbiss und ein frühes Zubettgehen. Mit vorne und hinten offenem Dachzelt lässt es sich eigentlich relativ gut aushalten, durch die Höhe und den Durchzug ist es nicht ganz so heiß, wäre da nicht der Krach. Wir fragen uns, warum muss es hier eine Diskothek geben? Sie liegt anscheinend im Wohnquartier der Angestellten, man kann ja verstehen, dass es hier irgendwann einmal zu langweilig wird, aber jede Nacht bis 2 / 3 Uhr? Wir schlafen dennoch früh ein, inzwischen sind wir einiges gewöhnt an Radau, Wind, Vögel, Tiere, es gab eigentlich keine Nacht, in der es keine Unterbrechung gab. Gegen Morgen zerlegt ein Schakal unsere Mülltüte und als er weg ist, stürzen sich die Vögel auf die Reste, an Schlafen ist also kaum noch zu denken. Wir sind aber trotzdem mit die letzten, die am nächsten Morgen aufbrechen, die meisten haben sich wieder dem 5:00 Run auf die Dünen angeschlossen.
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