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Um ins Landesinnere und dann nach Süden fahren zu können, ohne größere Umwege in Kauf nehmen zu müssen, müssen wir erst mal wieder von Swakopmund zurück nach Walvis Bay fahren, die 30 km am Meer entlang sind Teil des Trans Kalahari Highways und die Brücke über den Swakop ist die größte Betonbrücke Namibias, aufgrund des Nebels und durch die vielen Sandverwehungen sehen wir sie aber fast gar nicht und auch das Tempo ist mit 60 km/h eines Highways nicht würdig, schneller geht es aber nicht bei den Wetterbedingungen. Ein Schiffswrack liegt direkt am Strand, eines von vielen, die in den letzten 500 Jahren hier gesunken sind. Wir sind aber froh, die paar km ins Landesinnere gefahren zu sein und einigermaßen trocken durch die Nacht gekommen zu sein. Und wir sind froh, wieder ins Warme zu kommen. Wir wollen heute bis kurz vor Sesriem kommen, um morgen so früh wie möglich in den Park zu kommen, denn der Eintritt ist genauso teuer wie im Etosha Park, nur soll er hier pro Tag gerechnet werden und nicht pro 24 Stunden, so dass wir die Stunden möglichst ausgiebig nutzen wollen. Zunächst geht es durch den Namib Naukluft-Park über den Kuiseb-Pass nach Osten, der Kuiseb ist Teil der Erzählung „ Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ des deutschen Henno Martin, der im Kuiseb Canyon versteckt lebte während des 1. Weltkriegs, um sich vor der Internierung zu retten, leider kommt man ohne Permit nicht in das Tal. Im Nachhinein waren wir auch ohne Permit glücklich, denn es wäre absolut zu heiß gewesen, um im Canyon zu laufen und es gibt ja auch noch den Canyon bei Sesriem.... Doch auch so genügt eigentlich schon der Blick vom Pass in den
Kuiseb Canyon, um sich die Strapazen vorzustellen. Es ist, obwohl wir keine 200 km vom Ozean entfernt sind, wieder total heiß geworden. Nach den zwei kalten und feuchten Nächten eine Erholung für uns, die wir im Auto mit einer guten Klimaanlage fahren, aber sicher eine Quälerei, wenn man sich im Canyon befindet. Die Natur ist, wie so oft hier in Namibia, jeden Tag wieder anders, heute wechselt das Panorama sogar stündlich. Nach dem Anstieg vom Meer, durchschnitten vom Canyon, folgt dann der Blick ins Land, in der Ferne leuchten die ersten Dünen der Namib. In Solitaire machen wir kurz Halt für Kaffee und Kuchen und zum Tanken, auch dieser Ort, er besteht eigentlich nur aus der Tankstelle mit Café, der Dekoration aus verrosteten Autos und alten Zapfsäulen und dem urigen General Dealer, die Lodg e ist neu dazu gekommen, der Ort ist wohl einzigartig, wie so Vieles in Afrika. Das Café hat von 12 – 15 Uhr geöffnet und es gibt wirklich nur hausgemachten Kuchen (Apfelkuchen) und Kaffee oder kalte Getränke, und wieder zum normalen Preis, in Deutschland hätte das sicher das Doppelte gekostet. Die Bitte, uns jeweils eineinhalb Stücke des legendären Apfelkuchens auf den Teller zu tun, ich weiß ja, wie verfressen wir sind, verursacht aber Unverständnis und es dauert wesentlich länger, als wenn ich drei Stücke auf drei (Plastik-)Tellern genommen hätte. Ein paar km hinter Sesriem finden wir eine hübsche Campsite in der Betesda Lodge, einem wunderschönen Restcamp mit tollem Swimming Pool, wo wir uns auch gleich zum Abendessen anmelden. Zunächst aber genießen wir den Sonnenuntergang mit gleichzeitigem Vollmondaufgang. Das Felsmassiv ist dunkelrot - violett angestrahlt und genau darüber geht der Mond auf. Es sind doch immer wieder beeindruckende Naturerlebnisse hier. Auch hier sind die Preise der Lodge human, 12,- € für das Buffet und 5,- € für die Flasche Pinotage. Das Abendessen ist sehr gut, Salate, zwei verschiedene Fleischgänge, Bobotie und Chicken mit Reis und Rahmkartoffeln und ein Dessert. Nach einigen Abendessen in Drei-Gang-Form macht so ein Buffet einfach Spaß. Zudem das Personal hier äußerst freundlich und hilfsbereit ist und es einen sehr guten Service gibt. Nach dem leckeren Abendessen fallen wir früh ins Bett und stehen mit dem Sonnenaufgang am nächsten Morgen wieder auf. |