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Nach dem Frühstück wollten wir eigentlich an den Brandberg zur White Lady, der weltberühmten Felszeichnung der Buschmänner, aber es ist früh am Morgen schon furchtbar heiß und so fahren wir gleich in Richtung Swakopmund. Hätten wir gewusst, was uns da für Temperaturen erwarten, wir wären wahrscheinlich um 12 Uhr noch in den Berg gegangen, um Wärme zu tanken! Je näher wir der Küste bei Hentiesbay kommen, um so frischer wird es. Zunächst fahren wir noch zum Cape Cross, um die Seelöwen-Kolonie zu besuchen, da ist es, wie im Reiseführer beschrieben, sehr laut und es stinkt absolut erbärmlich. Der Eintritt ist für namibische Verhältnisse sehr hoch, 40 N$ pro Person und 10 N$ für das Auto, umgerechnet über 9,- €. Die Tiere drängen sich merkwürdigerweise auf engstem Raum, obwohl rechts und links genügen Platz wäre, Schakale laufen auf und ab, um die Überreste eines toten Tieres zu ergattern (die meisten jungen Robben kommen um, weil sie von den Erwachsenen erdrückt werden). Alle paar Meter sorgt eines der massigen Robben-Männchen für Aufmerksamkeit durch lautes Röhren, Aufplustern und Maulaufreißen. Ein Laufweg aus nachgemachtem Holz in Plastikoptik hält die Mensc hen und die Seals getrennt, so ähnlich wie bei den Pinguinen von Simons Town. Nach kurzer Zeit halten wir, wie andere auch, den Gestank nicht mehr aus. Wir fahren nach einem Fotostop an den beiden Steinkreuzen, die das Eintreffen des ersten Europäers 1486 markieren, wieder zurück in Richtung Swakopmund. Erst hinterher lese ich im Namibia-Forum den Tipp, eine große Plastiktüte und Klamotten zum Wechseln mitzunehmen. Der Gestank hängt auch noch Stunden später in der Kleidung und so mit im Auto. Am Rand der Straße zur Seal Colony stehen alte Ölfässer und allerlei selbstgebaute Stände, hier bieten die Arbeiter der Salzwerke schöne Salzkristalle an, der Preis steht angeschrieben, das Geld kommt in ein ausgedientes Marmeladenglas oder eine Blechbüchse. Man vertraut hier, wie überall in Namibia, seinen Kunden. Das erspart es uns, nasse Füße zu bekommen, denn man könnte die Kristalle auch selbst ernten, genügend Salzpfannen gibt es in der Umgebung ja, wir nehmen 4 schöne Exemplare mit für insgesamt 5,- €. In Richtung Swakopmund wird es immer düsterer und nebliger. An der Mile 72 schauen wir uns den Campingplatz näher an. Wie auch schon in Hentiesbay gibt es entlang des Ozeans km lange Reihen von Grillplätzen. Der Campingplatz zieht sich endlos am Meer entlang und sowohl hier, als auch an der Hauptstraße wimmelt es von Schildern. Man fühlt sich fast schon heimisch. Es ist kalt und ungemütlich, wie es uns vorhergesagt wurde. In Swakopmund schauen wir uns die gebuchte Campsite im Alte Brucke Resort an, jede Campsite hat ein überdimensioniertes Häuschen mit Toilette und Dusche, außerdem Braai (Grillstelle) und Spüle, das Ganze ist so riesig, dass wir eigentlich drin schlafen könnten. Wir tauschen noch schnell die Campsite, damit wir bei dem Sauwetter wenigstens im Windschatten des Hauses sitzen können, das geht problemlos. Wir stellen unser Dach-Zelt auf und lesen zum ersten Mal nach vier Wochen unsere Emails, auf dem gesamten Platz gibt es drahtloses Internet. Danach laufen wir in die Stadt um einzukaufen. Weil es Samstag nach 14 Uhr ist, gibt es keinen Alkohol mehr zu ka ufen, also auch kein Bier mehr, so wie es auch in Südafrika gehandhabt wird. Eigentlich eine gute Einrichtung, nur vergessen wir das immer wieder und müssen dann mit dem auskommen, was wir haben, oder in eine Bar gehen. Wir entdecken eine Laundry, einen Waschsalon nahe beim Alte Brucke Resort, den werden wir am nächsten Tag erstmal aufsuchen. Die kurze Fußgängerzone Swakopmunds mit Luxus-Geschäften ist fast schon ausgestorben und in der deutschen Eisdiele bekommen wir kurz vor Ladenschluss um 16 Uhr noch schnell ein paar Kugeln richtig gutes hausgemachtes Eis. Das muss sein, auch wenn es eigentlich viel zu kalt ist, es sind bestimmt weniger als 12 / 13° und es wird von Minute zu Minute feuchter. Im Supermarkt gibt es schon, wie in Deutschland auch, Weihnachtsartikel. Die berühmte Jetty sehen wir auf dem Rückweg zur Campsite kaum noch vor lauter Nebel, um 6 Uhr ist es schon stockfinster. Dank der guten Einrichtung können wir aber problemlos grillen, der Wind facht das Feuer an, so dass es schnell geht und der Braai Mix, den wir in Kamanjab an der Tankstelle erstanden hatte, schmeckt lecker, trotz des miesen Wetters. Als wir ins Bett gehen, regnet es und wir erahnen die Lampen 100 m weiter nur am verregneten helleren Schein. Wir ziehen im Zwiebelsystem Jogging-Hose, Shirts und darüber die warmen Fleece-Pullover an und haben das erste Mal seit wir in der Kalahari waren, wieder mal alle Klappen am Zelt zu. Trotzdem frieren wir fürchterlich. Am nächsten Morgen halten wir es um 7 Uhr schon nicht mehr im nassen Zelt aus und duschen erst mal richtig heiß, bevor wir uns ans Frühstücken machen. Der Tag verspricht aber schnell, schön zu werden, wir fahren in die Laundry und bestücken die Waschmaschine, ein dienstbarer Geist verspricht uns, die Wäsche in den Trockner zu tun, wir sollen in einer Stunde wiederkommen. Wir fahren noch mal ins Alte Brucke Resort zum Surfen, bevor wir die Wäsche wieder abholen, sie ist tatsächlich nach einer Stunde fertig, trocken und zusammengelegt. Wir fahren nach Walvis Bay, aber der Ort hat außer einem netten Restaurant am Yacht-Hafen nichts zu bieten, auch die Geschäfte sind fast alle zu, es ist Sonntag und wir suchen lange, bis wir ein offenes Einkaufszentrum finden. Bedingt durch den geringen Platz, den wir im Kühlschrank haben, müssen wir für unsere Verhältnisse relativ oft einkaufen. Nachdem wir noch die auf dem Stadtplan eingetragene schöne Kirche gefunden haben und am Yacht Hafen von Walvis Bay in einer hübschen Kneipe zu Mittag gegessen haben, geht es zurück nach Swakopmund. Das Wochenende ist auf jeden Fall der falsche Zeitpunkt, Namibias Küstenstädte zu besuchen. Wir schauen uns unterwegs noch die Düne 7 an, hier toben sich junge Leute mit Quads an der Düne aus, Busse warten darauf, die Gäste, die mühsam die Düne hochmarschiert sind um dann auf dem Hosenboden wieder hinunter zu rutschen, einzusammeln. Das Wetter ist für die Jahreszeit in Namibia unglaublich gut, die Sonne scheint und es weht kaum Wind. Ganze Familien verbringen den Tag auf dem Parkplatz vor der Düne mit Grillen und bei lauter Musik, letzteres sind wir nach 6 Wochen on the Road schon gar nicht mehr gewöhnt. Wir besuchen das Museum in Swakopmund, es wird wieder mal Deutsch gesprochen! Zum Eintritt von 60,- N$ müssen wir noch 30 N$ extra zahlen für das Fotografieren. Das Museum ist hübsch gemacht, aber etwas eingestaubt. Mir gefa llen die schönen Dokumente zur Äquatortaufe und die Speisekarten der alten Passagierschiffe besonders gut. Wieder zurück am Meer ist unser Auto noch da, wir haben es mit ungutem Gefühl am Hafen, bewacht durch einen einheimischen Aufpasser, stehen lassen und wir schauen drei waagemutigen älteren Damen zu, die doch glatt ins Wasser steigen. das Meer hat maximal 14°, aber die Sonne scheint und heute gibt es, was wohl ganz selten ist, keinen mittäglichen Nebel. Zum Glück haben wir eine Übernachtung 15 km von Swakopmund ins Landesinnere im Sophias Dale gebucht, hier gibt es kaum Sea Fog, aber es ist dennoch kalt. Der Sand weht über die Straße und das gute Wetter ist wieder dahin. Die Campsite gehört deutschen Auswanderern, er sieht trostlos und verlassen aus und es entsteht der Eindruck, dass da das Geld ausgegangen ist. Wir sind aber trotzdem froh, einen trockenen Platz zu haben und am Morgen wollen wir ja sowieso früh in Richtung Sesriem und Sossousvlei aufbrechen. Obwohl es im Oktober ja eigentlich schon Frühling ist, war es uns zu kalt und zu feucht. Sollten wir die Tour noch mal planen, würde uns eine Nacht in Swakopmund genügen, und diese dann ganz sicher im Bungalow des Alte Brucke Resorts und auf keinen Fall auf der Campsite .....
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