|
Nach einem schnellen Frühstück fahren wir vom Kamanjab Rest Camp weiter in Richtung Khorixas. Doch zunächst gibt es einen kleinen Umweg zum Vingerklip, einem wohl einzigartigen Felsen, Reste eines Tafelberges, der über den Ugab-Terrassen 35 m in die Höhe ragt. Das Tor zur gleichnamigen Lodge auf deren Gelände der Felsen steht, ist eher abschreckend, aber nach Zahlung eines Obolus von N$ 10,- für zwei lässt man uns hinein. Oben am Vingerklip angekommen, sind wir mehr als enttäuscht, nicht dass wir klettern wollten, Klettern ist verboten, da der aus bröseligem Kalkstein bestehende Fels sehr instabil ist und irgendwann einfach umfallen wird, aber das winzige Stückchen Felsen sieht nur von weitem toll aus. So laufen wir hoch über einen kurzen, aber staubigen und geröllreichen Weg in der Begleitung sehr vieler lästiger Fliegen. Schnell ein paar Fotos von oben ins Ugab-Tal gemacht, einem prähistorischen Flusstal, und wieder zurück auf die Straße. Abends müssen die Felsen gegenüber fantastisch aussehen, aber wenn ich mir vorstelle, hier im Nirgendwo in der Lodge zu sitzen, nein danke.....
Leider muss man die 60 km langweiligster Straße auch wieder zurückfahren. Eine Stunde später landen wir dann in Khorixas, einem lausigen Nest im Nirgendwo. Der über den NWR gebuchte Campingplatz ist eine Großbaustelle und es gibt keinen einzigen Platz im Schatten, so lassen wir die 10,- €, die wir bereits gezahlt haben, verfallen und fahren weiter nach Aba Huab, ein Tipp von Ulla und Peter, hier soll es Wüstenelefanten geben, die durch die nicht umzäunte Campsite ziehen. Die Straße nac h Aba Huab / Twyvelfontein ( D 2612 ) ist als Entschädigung dafür unglaublich abwechslungsreich. Sie führt durch den Petrified Forest, den wir aber auslassen. Wir sind auf der Jagd nach den Wüstenelefanten. In Aba Huab angekommen sind wir vom Platz begeistert, riesige Stellplätze unter uralten Bäumen, ein toller Blick aufs Gebirge, und das trockene Rivierbett mit trockenen Hinterlassenschaften der Elefanten. Die Campsite wird von Dorfbewohnern geführt, die Einrichtungen sind „very basic“, aber sauber, und die Bar ist geöffnet. Die Menschen sind sehr freundlich, es gäbe aber derzeit leider keine E lefanten. Dennoch fühlen wir uns hier wohl, die alten Bäume unseres Stellplatzes, der Lion’s Corner spenden Schatten und etwas Windschutz, auf dem Feuer braten wir unsere Würstchen und kochen außerdem noch leckere Karotten, diese werden einfach mit etwas Wasser und Zucker eine Viertel Stunde in die Glut gestellt. Anstelle der Elefanten ziehen Rinder an uns vorbei, bis spät abends kommen sie von der Weide zurück, sie laufen in kleinen Gruppen o hne Hirten umher und wissen genau, wohin sie müssen. Alle paar Minuten kommt eine andere Gruppe Rinder, wer weiß woher, und überquert zielstrebig den Platz in Richtung Stall. Wir sitzen am Feuer und genießen die himmlische Ruhe, dabei stellen wir uns vor, wie es wäre, wenn die Elefanten auf einmal aus dem Rivierbett kämen und an uns vorbeimarschieren würden, wie es Peter uns am Abend zuvor erzählt hatte. Auch ohne die Wüstenelefanten ist die Campsite von Aba Huab ein richtiger Geheimtipp. Nach dem Sonnenuntergang sieht man nur noch die Stirnlampen der anderen Camper in der Ferne hin und her schweben. Die Pl ätze sind soweit auseinander, dass wir so gut wie nichts von den Nachbarn hörten. Der Sonnenuntergang ist ein Hammer. Hätten wir das alles vorher gewusst, was wir jetzt über Khorixas und Twyvelfontein wissen, wir wären auf direktem Weg von Ongongo nach Aba Huab gefahren. So gut wie das Essen und so schön die Campsites im Kamanjab Rest Camp auch waren, das alleine rechtfertigt die vielen Kilometer “Umweg” leider nicht. Wir gehen früh schlafen, denn leider ist das Wetter ungemütlich und kalt geworden. Es ist halt immer noch kein Sommer hier .....
|