|
Am Morgen erfahren wir, dass in der Nacht ein großes Krokodil durch das Omarunga Camp marschiert sein muss, leider haben wir es nicht gesehen. Auf dem Rückweg nach Opuwo entdecken wir immer wieder neue Gesteinsformationen und die Fahrt macht genauso viel Spaß, wie die Hinfahrt. Der Besuch im Himba-Dorf hinterlässt gemischte Gefühle. Trotz der Beteuerungen unseres Guide, die Menschen würden sich über unseren Besuch freuen, haben wir das Gefühl, Eindringlinge zu sein . Erst als die Himba nach einiger Zeit anfangen, uns Fragen zu stellen, scheint das Eis gebrochen und wir fühlen uns nicht mehr ganz unwohl. In Opuwo müssen wir wieder tanken, zum Glück ist Montag morgen und es ist nicht ganz so viel Betrieb, wie am Mittag zuvor. Dennoch sehen wir den ersten Alkoholiker gleich hier. Im OK-Grocer, einem Supermarkt, betteln einige Kinder barfuß und einige Kinder sind in Schuluniform und kaufen ein. Ein Bub will mir ein halbes Brot verkaufen. Nach einem Blick auf seine nicht grad sauberen Finger verzichte ich aber lieber darauf und kaufe im Laden ein ganzes Brot. Vor dem Laden sitzen Himba-Frauen mit ihren Kindern auf den Rücken. Was für Zukunftsaussichten diese Kinder wohl haben? Oder täuschen wir uns, und die H imba hier sind reich im Vergleich zu den Verwandten weiter nördlich? Aber ob sie hier auch glücklicher sind als auf dem Land? Die ganze Stadt macht jedenfalls einen erbärmlichen, verdreckten, trostlosen Eindruck. Dieser Eindruck wird noch durch den heftigen Wind verstärkt, der den Dreck noch mit dem Staub zusammen aufwirbelt. Auch jetzt sind wir froh, aus der Stadt heraus zu sein. Über die D3704 (C 43), auf der wir von Opuwo nach Sesfontein fahren, steht im Reiseführer: „Achtung, nur selten wird Ihnen ein Fahrzeug begegnen – und damit sind Sie auch bei Pannen auf sich gestellt. Wer nur einem Auto in diese Wildnis fährt, nimmt ein schwer kalkulierbares Risiko auf sich …. „ Abgesehen davon, dass sogar ein Teil der Strecke über den Pass geteert ist, und sie ansonsten bestens in Schuss ist, ist die Strecke durch die Joubert-Berge eine der schönsten in Namibia, schöner noch als die Strecke Opuwo – Epupa. Und es kamen uns bestimmt nur 2 Fahrzeuge entgegen. Die Strecke nach Sesfontein ist dann wieder, als ob man in eine andere Welt käme, sobald man aus den Bergen herausfährt, ist das Land eben, es stehen dichte Bäume und es gibt riesige Viehherden. Da man in Sesfontein nur auf dem städtischen Camping- platz übernachten kann, im Fort Sesfontein kostet ein Doppelzimmer pro Person ab 70,- €, fahren wir die 12 km zur Abzweigung wieder zurück zur Straße nach Khowarib, die uns in die Klein Serengeti bringen soll. Da wir schon spät dran sind, fahren wir zu den Ongongo-Fällen, da gibt es einen kleinen von den Dorfbewohnern gemanagten Campingplatz direkt an der warmen Quelle. Der Weg zur Campsite ist nur 6 km lang, aber alle paar Meter steht ein kleiner Stand, es gibt Brennholz, Puppen, Krimskrams, von weitem schon sieht man uns kommen un d die Kinder rennen den Berg hinab in der Hoffnung, ein Geschäft mit uns zu machen. Wir nehmen uns vor, ihnen am nächsten Morgen etwas abzukaufen, es wird nämlich schon dunkel und die Einfahrt in die Schlucht ist abenteuerlich. Es geht steil den Berg hinab, durch eine Furt und dann durch das Flussbett bis hinten zum Pool. Der Campingplatz in Ongongo ist ein Geheimtipp, es gibt keine Website, noch nicht e inmal Telefon hat es, dafür aber auf dem Hügel über den Stellplätzen eine leibhaftige Bar. Das mobile Büro in Form von zwei Frauen mit Rucksack weist uns einen Platz zu und kassiert gleich die Gebühr. Wir kaufen ein paar Bier an der Bar und gehen erstmal nackig in den Pool, einem kleinen Becken unter dem Wasserfall, das Wasser ist lauwarm, gerade ri chtig nach einem Tag im Auto. Das Wasser scheint in Ordnung zu sein, es gibt sogar kleine freche Wasserschildkröten. Außer uns sind nur noch zwei weitere Autos im Canyon. Die Toiletten sind, wie auf dem Schild an der Straße angepriesen, sauber und es sind noch nicht einmal Buschtoiletten, sondern richtige Klos mit Wasserspülung. Den Weg hinauf zur Toilette wird mit Petroleum-Lampen beleuchtet. Da wir lange unterwegs waren und erst um 7 hier das Zelt aufschlagen konnten, gibt es heut nur kalte Küche. Bei Dunkelheit ist es im Canyon bis auf die hunderte Vögel, die sich bald beruhigen, still und wir fühlen uns sicher und schlafen früh und sehr gut. Wir sind froh, durch einen Zufall hier gelandet zu sein, das kleine Flussbett ist wirklich ein Geheim-Tipp .... Zur Foto-Galerie >>>>>
|