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Southerndreams-Tour 2008

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Besuch im Kraal der  Himba bei Epupa - 6. Oktober 2008

Pictures (c) BeeTeeWir fahren um 9 Uhr von den Epupa Falls in Richtung Opuwo. Da wir vom Himba-Dorf, welches ca. 30 Minuten von Epupa enfernt ist, nach Opuwo weiter müssen, fahren wir dem Wagen des Omarunga Camps hinterher, um Zeit zu sparen. Wir sind zu viert, ein belgisches Ehepaar ist noch mit von der Partie. Unser Guide lässt uns zunächst am Auto warten und überbringt der Matriarchin (nicht dem Chief!) den obligatorischen Sack Maismehl. Es sind 4 Frauen, 5 – 6 Kinder und ein mittelalter Mann da, ob das der Chief ist, bekommen wir nicht heraus. Die jüngeren Männer seien mit dem Vieh für mehrere Monate in Richtung Angola unterwegs.
Zunächst herrscht auf beiden Seiten Verunsicherung, der Guide, der mit seinen Jeans absolut nicht ins Bild passt erklärt, er sei halb Herero und halb Himba, habe aber noch nie in einer solche Hütte geschlafen.
Die Familie freue sich über den Besuch der Touristen, da dadurch das Weiterbestehen der Kultur gewährleistet werde. Wir bekommen diPictures (c) BeeTeee einzelnen Hütten gezeigt, ein Blick in die Vorratskammer zeigt einiges an Maismehlsäcken. Wir krabbeln zu fünft in eine Hütte, in der sich eine schwangere Frau aufhält, die sich sichtlich unwohl fühlt. Der Guide erklärt uns die wenigen vorhandenen Dinge wie z.B. etwas Kleidung aus Leder und die Aufbewahrungstöpfe aus Horn, in denen Ocker und Fett mit sich herum getragen werden. Wir dürfen in die Töpfe hinein langen. Ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn jeden Tag Touristen aus Overseas bei uns in die Wohnung kämen, in meine Cremetöpfe hinein langen würden, unsere Schubladen aufmachen würden und in den Kühlschrank schauen würden.
Die Feuer, die in den Eingängen vor sich hin qualmen, dienten zum Wärmen ( es gibt keine Decken ) und zum Fernhalten der Mücken und zur Beleuchtung, Kerzen gäbe es nicht, wir sehen allerdings in einer anderen Hütte sehr wohl Wolldecken, Jacken, Kerzen,..... Warum auch nicht? Welches nuPictures (c) BeeTeen das heilige Feuer sei, das immer brennen muss, wird nicht verraten, der Chief sei nicht da und somit gäbe es das Feuer im Moment nicht.
Wieder heraus aus der Hütte beginnen wir, den vor der Hütte sitzenden Frauen Fragen zu stellen, worauf die Stimmung etwas lockerer wird und die Frauen anfangen zu lächeln und die Kinder sich entspannen und spielen. Die Himba-Frauen fangen an, auch uns Fragen zu stellen, woher wir kommen, ob wir Kinder haben, usw. Der einzige Mann sitzt tatenlos herum und interessiert sich nicht für uns. Die Frauen beschäftigen sich mit Ocker reiben und anderem.
Pictures (c) BeeTeeEin paar Himba aus einer anderen Siedlung kommen vorbei, sie werden von einem jüngeren Mann begleitet, welcher sich schön in Positur stellt. Eine der Frauen zerreibt den Ocker, eine mühselige Tätigkeit. Der Ocker kommt aus Angola, in Namibia kommt er ansonsten nur bei Sesfontein vor. Gebadet oder gewaschen wird sich nie, wenn die Ockerschicht nicht mehr schön ist, wird sie abgekratzt und erneuert, dies geschieht alle paar Wochen. Das Kaokoveld ist ein extrem wasserarmes Gebiet und so gibt es Wasser nur zum Trinken für Mensch und Tier. Erstaunlicherweise riechen die Menschen nicht schlecht oder ungewaschen, eher neutral. Das mit Fett und dem aromatischen Harz des Omuzumba-Strauches vermischte Ockerpulver dient außer der Eitelkeit der Warmhaltung und dem Fernhalten diverser Insekten. Es scheint auch niemand zu hungern und es wird das eine oder andere Speckröllchen sichtbar. Die Ernährung ist einfach, Mili Pap ( Brei aus Maismehl ) und es gibt ein paar Hühner, Ziegen und sie ernten außerdem wilden Spinat. Der Guide scheint keine große Ahnung zu haben, was die Ernährung angeht. Brot wird keines gebacken. Pictures (c) BeeTee
Die Rinder dienen mehr dem Status als der Ernährung, auch wenn sie im Gegensatz zu früher auch schon mal gegessen werden. Bei der Beerdigung eines wichtigen Chiefs können schon mal 10 – 20 Stiere geschlachtet werden, die Hörner werden dann hinter dem Grab, welches ansonsten ganz normal aussieht, befestigt. An der Straße zwischen Opuwo und Epupa ist ein solches Grab zu besichtigen, es ist nicht zu übersehen.
Die Kinder, besonders das älteste Mädchen, husten, da uns Pictures (c) BeeTeeaber niemand nach Hustensaft, einem beliebten Rauschmittel der Himba fragt, scheint er wohl echt zu sein. Das nächste Krankenhaus ist in Opuwo, ca. 160 - 170 km entfernt. Es gehen nicht alle Kinder zur Schule, obwohl es eigentlich Schulpflicht gibt, die Menschen haben Angst, ihre Kultur zu verlieren. Der Kraal liegt direkt am Airfield des Omarunga Camps, während wir da sind, landet ein Kleinflugzeug mit neuen Gästen für die Lodge. Gegenüber dem Airfield ist ein weiterer Kraal, in dem Himba-Uwes Familie lebt, der einzige Weiße ( und Deutscher ), der mit einer Himba verheiratet ist und ein Kind mit ihr hat. Da Uwe aber meist in Kamanjab in der Garage arbeitet oder als Touristen-Guide unterwegs ist, und leider auch auf mehrfache Emails im Vorfeld nicht reagiert hat, haben wir darauf verzichtet, seine Familie zu besuchen und die „Familie des Omarunga-Camps“ bevorzugt.
Pictures (c) BeeTeeUnser Guide bemüht sich auch redlich, uns Auskunft zu geben und schnell sind wir um die Ansiedlung herum gelaufen ( es sind ja auch nur 5 – 6 Hütten und der Viehkraal  in unterschiedlichsten Zuständen von grad angefangen bis fertig und mit Vorhängeschloss versehen ). Der Kraal, in dem das Vieh nachts untergebracht wird ist erst halb fertig, die Mini-Hundehütten sind für die Hühner.

Schnell sind wir am Schmuckverkaufsstand der Familie angekommen, auch das Handeln übernehmen die Himba-Frauen und das gar nicht mal schlecht. Für R 200 kaufe ich eine schöne Halskette mit einer Schnecke darin. Nach der Verabschiedung von der Familie geht es über 200 m über die Straße und Pictures (c) BeeTeezu einem Friedhof einer andern Familie. Es sind zwei Gräber von Chiefs zu sehen mit den Hörnern, mehrere Gräber, die nur Steinhaufen sind und ein älteres Grab, welches durch drei aufrechte Steine markiert wird, hier wurde, wie früher üblich, jemand im Sitzen beerdigt. Nach zweieinhalb Stunden ist die Tour fertig, der Guide bekommt sein obligatorisches Trinkgeld und wir fahren gegen 12 Uhr weiter nach Opuwo. Wir hatten lange überlegt, ob wir die Tour überhaupt machen, aber wir fühlten uns nicht als Eindringlinge. Die Verunsicherung, die anfangs herrschte, war schnell vorbei und da die Frauen uns auch Fragen stellten, war es ganz OK. Was uns nicht gefiel war, dass der Guide die schwangere Frau in der Hütte, die sich sichtlich unwohl fühlte, nicht in Ruhe ließ, denn es gab noch andere Hütten, die man hätte besichtigen können. Aber das ist wohl ganz normaler international üblicher Machismo... Mir persönlich gefiel die Unabhängigkeit und das Selbstbewusstsein der Frauen sehr gut und wir hoffen, dass diese Menschen weiter hin in ihrer Kultur leben können.
Pictures (c) BeeTeeWir hoffen inständig, dass das Kraftwerk an den Epupa Falls wirklich nicht gebaut wird sondern weiter unten am Cunene. Obwohl der Ausbau der Straße und die Befestigung der zwei größten Riviere eigentlich dagegen spricht, denn weshalb sonst sollte die Straße sonst hergerichtet werden?
Vielleicht ist die Magie der Himba hier oben am Cunene ja wirklich stark genug um den Kraftwerksbau zu verhindern, wer weiß?  Wollen wir ihnen die Daumen drücken.....

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