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Southerndreams-Tour 2008

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Unsere Tour haben wir am 9.9.2008 in Johannesburg gestartet. Der Flug mit Ethiopian Airlines über Addis Ababa war sehr angenehm und stressfrei. In Dubai, wo wir kurz Halt machten, wurden wir  am Check In äußerst zuvorkommend behandelt. Nachdem man sich davon überzeugt hatte, dass wir auch wirklich mit Ethiopian Airlines fliegen wollten (wir waren die einzigen Europäer, die um zwei Uhr Nachts in Dubai City einchecken wollten), bekamen wir Plätze in der Business Class und mussten nichts für das Übergepäck zahlen, welches uns in Frankfurt bei Gulf Air über 500,- €  gekostet hatte. In Addis Ababa wurden wir am Gate abgeholt und zum nächsten Gate für den Weiterflug geleitet, denn unser Flug war  verspätet.  Die Maschinen sind ältere Modelle, das stört aber keineswegs, im Gegenteil, sie bieten mehr Platz als manche neuere Boing der SAA oder anderer Fluggesellschaften. Die Versorgung war tadellos und das Essen lecker. In Johannesburg holten wir unseren Leihwagen ab und machten uns auf den Weg zur ersten Station, das Elands Valley ca. 35 km vor Nelspruit....

1 - Sudwala Caves - die legendenumwobenen Höhlen der Swazi-Krieger -

Für den Besuch der Sudwala Caves, des Dinoparks und das nachfolgende Dinner sollte man sich etwa einen halben Tag Zeit nehmen. Wenn man um die Mittagszeit in das Sudwala Valley kommt, kann man zunächst die geführte Tour durch die Höhle machen, dann den Dinopark besuchen und den Tag mit dem  Abendessen zwischen 16 und 17 Uhr in Pierre’s Restaurant auf der Terrasse mit einem atemberaubenden Blick ins Sudwala Valley und auf den Sonnenuntergang gegen 18 Uhr beenden. Ein perfektes Timing!

Die wahrscheinlich ältesten Höhlen der Welt mit dem zweitältesten Dolomit-Gestein der Welt (das älteste wurde in der Antarktis gefunden) liegen 1000 m ü. N. an den Hängen der Houtbosloop Mountains im majestätischen Massiv des Mankelexele (Rock upon Rock).  Zu erreichen sind sie über die N4, ungefähr 35 km vor Nelspruit biegt man links ab, die Höhlen sind gut ausgeschildert. Von der N4 aus sind es noch ca. 8 km zu fahren.

Picture (c) BeeTee
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Kurz vor den Höhlen liegt in einem Meer duftender Blüten der Jackpot Farm Stall, der eine riesige Auswahl an Nüssen aller Art bietet. Danach biegt man rechts ab in Richtung der Höhlen, passiert das Cultural Center und ein Restaurant, um dann 2 km den Berg hoch zu fahren, die Strecke ist  auch mit normalem PKW zu bewältigen. Wenn Sie nicht sonderlich fit sind, parken Sie am besten auf dem Parkplatz vor dem Dinopark, ansonsten erreichen Sie den Höhleneingang über eine schweißtreibende Stiege, sie ist zwar höchstens 150 m hoch, aber sie hat es in sich, besonders bei 35°. 

Eine schöne Skulptur mit mehreren Affen schmückt den Eingang der Höhle. Der Höhlenwächter wird unterstützt vom eifrigen Höhlenwachhund.
Die Temperatur in der Höhle beträgt 17°, eine Jacke wird also nicht benötigt, wohl aber festes Schuhwerk, wie z .B. gute Turnschuhe.
Die reguläre Führung dauert ca. eine Stunde und Sie sollten sie nicht verpassen. Wir wurden von Stefa geführt, die uns wunderbar fachkundig, anregend und nie langweilig die Geschichte der Höhlen und die geologischen und biologischen Gegebenheiten erläuterte.

Picture (c) BeeTee
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In prähistorischer Zeit wurden die Höhlen seit 1,8 Mio Jahren genutzt, zuerst nachgewiesen vom Homo Habilis. Dieser nutzte den Höhleneingang zum Schutz vor schlechtem Wetter. 
Mehrfach fanden Ausgrabungen statt, da aber vorwiegend nach dem Kruger-Gold gesucht wurde, sind die Ergebnisse nicht eindeutig. Auch Werkzeuge aus der Steinzeit entdeckte man, sie können in Vitrinen im Eingangsbereich bewundert werden.

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Das präkambrische Dolimit Grundgestein der Ausläufer der Drakensberge entstand vor über 3000 Mio Jahren. Der wesentlich weichere Kalkstein (H3)  wurde durch Regenwasser in jahrmillionen dauernder Arbeit mit Hilfe von Kohlendioxid aus dem harten Dolomit (H7) herausgewaschen.
So entstand eine fantastische Galerie, ein unterirdisches Traumland aus riesigen Kammern, verbunden durch enge gewundene Gänge, dekoriert durch Stalagmiten und Stalaktiten in allen möglichen Stadien der Entstehung und in wilden und verrückten Formen.

Picture (c) BeeTee
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Fossile Funde beschränken sich auf Pflanzen wie die “Collenia”, eine 2 m lange blau-güne Alge mit schlauchförmigen Blättern, die im Präkambrium im Ozean schwammen.
Diese Algen waren eine der ersten Sauerstoff produzierenden Pflanzen, die auch genügend davon produzierten, so dass Menschen und Tiere atmen konnten. Tierknochen wurden nicht gefunden, denn im Präkambrium war die Fossilisierung nicht ausreichend. Für Dinosaurierknochen ist die Höhle zu alt.

Im neunzehnten Jahrhundert wurden die Höhlen durch die Swazikrieger Samcubas genutzt. Bis zu 3000 Menschen lebten in den Höhlen, schwarzgeräucherte Wände zeugen noch heute davon. Die Höhlen boten den Menschen Schutz, ausreichend Wasser und auch eine Luftzufuhr, deren Herkunft bis heute nicht geklärt ist. Blutige Schlachten wurden geführt und eines Tages versuchten die Gegner Samcubas, ihn mit riesigen Feuern im Eingangsbereich auszuräuchern.

Picture (c) BeeTee
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Auch in den südafrikanischen Kriegen spielten die Höhlen eine Rolle. Kurz bevor Pretoria von den Briten eingenommen wurde (Juni 1900), wurde eine Gold-Lieferung, die der Republik Transvaal gehörte, nach Ost Transvaal (heute die Provinz Mpumalanga) in Sicherheit gebracht. Dieses Gold und der Staatsschatz aus Gold- Sovereigns wurde von Präsident Kruger in das Elands Valley gebracht. Nach einer Schlacht in der Nähe reiste Kruger nach Nelspruit. Das Gold war irgendwo unterwegs verschwunden.

Da man wusste, dass die Buren-Kommandos vorher schon einmal Munition in den Höhlen versteckt hatten, glaubten die Menschen, dass das Gold in den düsteren Tiefen der Kammern vergraben sei. Nach Kriegsende gruben Glücksritter vergeblich in der Höhle, alles, was sie fanden, war Guano (Vogelmist). Dieser wurde ab 1914 durch eine Gesellschaft abgebaut und an die Farmer des Crocodile River Valleys als Dünger verkauft.

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Philippus Rudolf Owen kaufte die Farm Sudwalaskraal im November 1965 und fing als erster an, die Höhle für den Tourismus zu erschließen. Das Amphitheater, eine 500 Menschen fassende Halle, 150 m im Umfang und 37 m hoch, wurde nach ihm die P. R. Owen Hall genannt. Die natürliche Belüftung aus unbekannter Quelle und das schallschluckende Dolomit-Gestein  ermöglichen sogar klassische Konzerte unter der Erde. 1970 testete der russische Sänger Ivan Rebroff die Halle und bescheinigte ihr bessere akustische Gegeben- heiten als manches Opernhaus in Europa.

Die Biologie in der Halle wird durch zwei Faktoren beeinflusst. Sie ist extrem trocken, obwohl es sehr feucht war, als sie entstand und die Beleuchtung und der Touristenstrom werden so gelenkt, dass nicht alle Bereiche zugänglich sind und auch nicht die ganze Höhle ständig beleuchtet ist. Die einzigen Lebewesen  in der Höhle sind eine Kolonie von ca. 800 Fledermäusen (Rhinolophus Londeri und Rhinolopus Hildibrandi), die nach 19 Uhr ausfliegen, wenn die letzten Touristen längst gegangen sind.

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Wenn die Fledermäuse nachts um 4 Uhr zurückkehren, hat jede von ihnen ungefähr 800 Insekten gefressen, dies entspricht  ihrem eigenen Körpergewicht. Diese riesige Menge an Energie benötigen sie auch, mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h haben sie einen Radius von über 200 km. Sie sind außerdem frei von Tollwut  und haben eine Lebensdauer von durchschnittlich 24 Jahren. Die Algen in der Höhle gehören eigentlich nicht zur Höhlen-Biologie, sie existieren aufgrund des Lichts in der Höhle.    

Auch Baumwurzeln hängen in der P. R. Owen Hall gespenstisch von der Decke. Durch viele Meter Grundgestein haben sie ihren Weg gefunden hin dem Wasser hinterher, welches immer durch die Spalten der Höhle rinnt. Bis auf wenige Stellen ist der Boden trocken, das Regenwasser sickert so langsam, dass sich Stalagmiten und Stalaktiten bilden können. Sie wachsen 2,5 cm in hundert Jahren und so können einige der Figuren wie die “Lowveld Rakete” mit 150 Mio Jahren .....

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                   ..... oder das “Schreiende Monster” mit 160 Mio Jahren und “Samsons Pfeiler” sogar mit 200 Mio Jahren Alter aufwarten. Die Fantasie der Besucher und speziell die der Kinder lässt sie immer wieder aufs neue Gesichter und Figuren an den Felswänden entdecken. Die reguläre Tour hat keine Altersbeschränkung nach oben und die einzige wirkliche Anstrengung außer dem Aufstieg ist bei einem  ca. 15 m langer Gang nötig, durch den man gebückt gehen muss, der aber auch ausgelassen werden kann. Der älteste Besucher bisher war weit über 80!

Im Gegensatz dazu erfordert die Crystal Chamber Tour schon eine gewisse Fitness und die Bereitschaft, durch Wasser zu waten, über Felsen zu klettern und durch Schlamm zu robben. Fast zwei Stunden dauert der Weg zu der mit Aragonit-Kristallen ausgekleideten Kristall Kammer. Nach einer Pause von 20 Minuten in der Kristallkammer geht es den Weg wieder zurück. Eine leichte Hose (keine Jeans, denn diese wird zu schwer) und ein T-Shirt, sowie eine gute Taschenlampe sind die Ausrüstung, die man für diese Tour benötigt.

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Stefa und ihr Partner, sowie der “äußerst gefährlich” wirkende Höhlenwachhund.

Mangels Zeit konnten wir die Crystal Chamber Tour diese Mal leider nicht machen. Die einmalige Erfahrung steht aber ganz oben auf unserer Liste für den nächsten Aufenthalt in dieser unglaublich schönen Gegend.......

Viele weitere Bilder finden Sie weiter unten in der Galerie des Tages >>>>>

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Rings um die Höhle blüht es, obwohl es noch Winter war, und der Besucher kann sich außerdem an den zahlreichen außergewöhnlichen Skulpturen erfreuen. Wie muss es da erst um Weihnachten herum aussehen?

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Exkurs - Pierre’s Mountain Inn - Juwel am Berghang

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Das Pierre’s Mountain Inn bietet außer dem Restaurant und dem Curio Shop einige wunderbare und außerdem recht preiswerte Doppelzimmer mit Balkon und sogar eine Hochzeitssuite. Vom Balkon aus und vom traumhaften Pool überschaut man das ganze Tal, abends ist es unglaublich ruhig und man hört nur den Papagei der Besitzer plappern und einige Frösche quaken. Leider entdeckten wir es erst jetzt.  Ganz sicher werden wir bei unserem nächsten Besuch hier übernachten!

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Nach der Höhlenbesichtigung konnten wir den Dinopark nicht besuchen, wir kamen zu spät. Er ist aber sicher einen Besuch wert. Er liegt neben Pierre’s Mountain Inn, nur 60 m von den Höhlen entfernt. Hier hatten wir Glück, dass uns Mari Cornillon vor der Türe hörte, denn das Restaurant war eigentlich schon geschlossen, sie kredenzte uns eine rasche und leckere Mahlzeit. Der Blick über das Tal auf die gegenüberliegenden Berge beim Sonnen- untergang war atemberaubend.

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Das ganze Anwesen ist an den Berg quasi angebaut und klebt direkt über dem Abhang inmitten blühender Terrassen. Rund herum führen Stege den Besucher über den Froschteich. Angebaute Terrassen erlauben es, den Blick über die Berge schweifen zu lassen. Wenn Sie vorhaben, den Sonnenuntergang hier zu verbringen, sollten Sie vorher Bescheid geben, dass Sie kommen. Vor allem in der Nebensaison wird pünktlich geschlossen.

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Unser Abschluss des Tages war das unerwartete lecker Abendessen, serviert von Richard,  nach einem wunderbaren ersten Tag in Südafrika. Schöner kann ein Aufenthalt in Südafrika eigentlich nicht beginnen.

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Übernachtet haben wir in der Elands Valley Lodge, sie liegt direkt an der N4 in einer Entfernung von Johannesburg, die man noch bewältigen kann, wenn die Flug um die Mittagszeit landet. Die relativ neue Lodge bietet große und saubere Zimmer zum guten Preis. Als Zwischenstop zum Kruger National Park ist sie ideal gelegen.

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Galerie des Tages
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