Southerndreams - Travel Stories from Southernmost Africa Southerndreams - Travel Stories from Southernmost Africa Southerndreams - Travel Stories from Southernmost Africa Southerndreams - Travel Stories from Southernmost Africa

 




Coast-to-Coast



Haben Sie Fragen
zum südlichen Afrika?

Schreiben Sie uns,
wir beantworten
sie Ihnen gerne!

Vorname

Name

E-Mail*

Website

Ihre Nachricht

Bitte den Code eingeben



Designed by BeeTee

Southerndreams-Tour 2008

hier geht es weiter zur nächsten Seite  >>>>>>

Durch die Kalahari - das Land der Gemsböcke - 19. - 21. September 2008

Bereits um kurz nach 5 sind wir auf dem Weg zurück von Le Kubu nach Lethlakane. Der Wächter ist erst auf dem Weg von seinem Haus zur Tor, als wir dort ankommen, aber wer rechnet denn auch pünktlich um 6 Uhr mit Touristen? In Lethlakane kaufen wir nicht ein, es ist noch zu früh, in Rakops oder Mopipi wird es ja wohl auch noch einen Supermarkt geben, denken wir uns und fahren weiter in Richtung Kalahari. Bei der Diamantenmine Orapa

Picture (c) BeeTee

Die beiden Orte sind schrecklich trostlos, die Hauptstraße hat so viele Löcher, dass die Einheimischen lieber neben ihr fahren, es gibt ein paar dutzend Rondavels, die typischen Rundhütten, die „Marktstände“, Bretterbuden, die auseinander fallen zu scheinen, kann man an einer Hand abzählen und viele sind leer. Hätten wir doch in Lethlakane eingekauft!
( Anmerkung: Seit Januar 2008 gibt es in Rakops einen neuen Supermarkt!)

Picture (c) BeeTee

Am Mataswere Gate melden wir uns an, kein Mensch fragt, wie wir denn zur gebuchten Campsite Xa Xa Waterhole kommen wollen, es wäre eine Fahrt von mindestens 10 Stunden und inzwischen ist es schon 11 Uhr. Wir haben auch gar nicht vor, dorthin zu fahren, von vorneherein wollen wir beim Deception Valley nach einem freien Stellplatz schauen, es gibt da ja 6 Campsites und richtig,

Picture (c) BeeTee

genutzt werden. Fast unter jedem Baum steht oder liegt ein oder mehrere Oryx-Antilopen und seltener ein paar Impalas. Wir sind halt schon sehr verwöhnt durch den Wildreichtum des Kruger Parks…..
Auch fällt hier auf, dass das Wild wesentlich scheuer ist, selbst die Giraffen ergreifen die Flucht, sobald sie uns ausmachen.

Picture (c) BeeTee

Erfreulich war auch die Eimerdusche, jede Campsite ist damit ausgestattet und außerdem mit einer Buschlatrine. Im Gegensatz zu den Plastik-Toiletten auf Le Kubu sind diese hier allerdings mit Holz umgeben und passen ein wenig besser in die Natur. Das Wasser für die Dusche muss man selbst mitbringen. Außer uns sind maximal 10 , 15 Touristen und eine Hand voll Ranger in dem über 50.000 km² großen Reserve unterwegs.

Picture (c) BeeTee

es ist unbeschreiblich, eine Mischung aus Brüllen und Gurgeln, kommt sogar noch näher. Wir sitzen, schlagartig wachgeworden, erstarrt im Dunkeln und trauen uns kaum zu atmen. Eine schwere Katze umrundet laut schnurrend und immer wieder das Geräusch von sich gebend, das Auto. Ein Löwe? Eine Hyäne? Ein Leopard? Ein Gepard? Noch nie haben wir solch ein Geräusch gehört. Löwen hören sich doch anders an? Nun steigt das Tier sogar auf den Rahmen des Mitsubishi und trinkt laut schlabbernd aus unserer Spül-

Leoparden können sehr gut klettern, mit einem Satz wäre der im Zelt.... Wir haben Glück, das Tier hat es sich anders überlegt und entfernt sich vom Auto, Runde um Runde zieht es, wir hören immer wieder das gurgelnde Geräusch, noch 2 Stunden später ist es nur maximal 100 m entfernt von uns, immer wieder werden wir wach vom Grollen und Gurgeln. Ja, nach einer relativ kurzen Zeit konnten wir wieder einschlafen, das hätte ich nie geglaubt, und auch das Zelt haben wir offen gelassen.

Picture (c) BeeTee

Unser Geruch hat ihn offensichtlich nicht gestört, sonst wäre er nicht so lange beim Wagen geblieben. Angst hat der Leopard ganz sicher nicht gehabt, denn sonst hätte er ja wohl nicht geschnurrt. Wir packen zusammen und sind froh, noch mal davon gekommen zu sein. Unser Spülwasser werden wir in Zukunft abends lieber wegschütten. Früh machen wir uns auf den Weg zum Lethiau Waterhole. Eine Giraffen-Herde mit sehr jungem Nachwuchs ist ebenfalls auf den Weg ans Wasserloch.

Afrika 3 19.20.21.22.9. Mopipi Kalahari_044

Oft laufen sie dann auch noch auf der Straße davon und wir warten erst mal ein wenig ab, um sie nicht noch zusätzlich zu hetzen.
Am Wasserloch sind wir nicht die ersten, ein südafrikanisches Ehepaar hat es sich gemütlich gemacht und Kaffee gekocht, während sie eine Löwin beobachten, die im Schatten am Wasser liegt. Sie sieht gelangweilt aus. Rund ums Wasserloch drücken sich Impalas herum, sie wollen offensichtlich ans Wasser, doch der Weg ist von allen Seiten versperrt, auf der einen Seite

Das Holz der Umrandung der Dusche in der Phokoje Campsite ist wahrscheinlich gestohlen, nur noch das Metall hängt verbogen um den Eimer herum. Am Mataswere Gate, wo wir das beim Hinausfahren melden, wird behauptet, es sei verbrannt.
Wir vermuten eher, dass einer der „illegal“ im CKGR lebenden geschätzten 200 San Buschleute das Holz besser gebrauchen konnte und hoffen, dass es keine Touristen waren.

Picture (c) BeeTee

zunehmenden Dürre und der Genehmigungs- pflicht ihrer Jagd schon lange nicht mehr vom Sammeln und Jagen leben. In Xade und den anderen Siedlungen im Süden hatten sie ein von Hunger, Unterernährung und Armut geprägtes Leben geführt. Manche San zogen freiwillig um, den man versprach ihnen bessere Bedingungen, andere wurden bis Ende 2003 zwangsdeportiert, Einige San haben zwar vor Gericht erstritten, dass sie wieder hinein dürfen, aber sie dürfen weder jagen noch sammeln, noch ihre Haustiere mit hinen

Picture (c) BeeTee

unserem eigenen Schatten nicht und sind um 19 Uhr schon im Bett, bewaffnet mit Fotoapparat und einem leeren Joghurtbecher für den Toiletten-Notfall. Doch die ganze Nacht bleibt es so still, es ist wirklich ein absolut leerer Landstrich. Ohne Frühstück machen wir uns am nächsten Morgen auf den Weg. Langsam kommen wir wieder in „besiedeltere“ Gebiete, einige Schakalpaare und viele Oryx-Antilopen, sogar einige größere Gruppen,

Picture (c) BeeTee

Die Pumpe an der Sunday Pan ist aber außer Betrieb, das Wasserloch ist ausgetrocknet, schade. Wir haben uns so beeilt, hierher zu kommen. Wir wollten den Vormittag mit Beobachten hier verbringen. Nun suchen wir unsere tatsächlich gebuchte Campsite auf. Sie ist wunderschön auf dem Hügel gelegen mit Blick auf die Weite der Sunday Pan, so haben wir uns Afrika vorgestellt, es fehlen nur noch die Zebra- Gnu- und Impala-Herden, die bis zum Horizont grasen und wandern. Der Plan den wir bekamen, war übrigens trotz GPS hilfreich beim Suchen der  Campsites ....

Picture (c) BeeTee

Da immer noch neue Zäune gebaut werden, wie aktuell im Okavango-Delta, ist klar, dass sich hier im Game Reserve sehr lange nichts ändern wird. Der Kuke Fence, die nördliche Umzäunung des CKGR führte zu einer Verminderung des Tierbestandes um bis zu 90 %, er verhindert ja nicht nur die Wanderung der Tiere ins Okavango-Delta, er verhindert auch die Zuwanderung neuen Wildes in die Kalahari.

Picture (c) BeeTee

Wie alle Tiere versuchen auch die Giraffen, in dieser lebensfeindlichen Umgebung so, energie- und wassersparend wie möglich über die heißen Mittagsstunden zu kommen.

Afrika 3 19.20.21.22.9. Mopipi Kalahari_047

Der Reiz der Kalahari liegt sicher nicht in der Tierbeobachtung, sondern in dem Abenteuer, mitten im Busch ganz alleine zu übernachten, fernab jeglicher Zivilisation.

Picture (c) BeeTee

müssen wir eine Umfahrung nehmen, nur mit Genehmigung darf man durch und die haben wir nicht. In Mopipi tanken wir voll und kaufen Brot und Saft, mehr ist nicht zu bekommen.
In Rakops gibt es auch keinen nennenswerten Supermarkt und da wir ja nicht in den südlichen Teil der Kalahari wollen, tanken wir nicht nach, auch wenn es eine Schau ist, denn hier wird noch von Hand gepumpt.

Picture (c) BeeTee

Direkt hinter Rakops weist uns das Schild in das Central Kalahari Game Reserve, kurz CKGR genannt. Über 40 km geht es über teils tiefsandige Piste, manchmal im 4 x 4 Antrieb, wir sehen nur einen weiteren Wagen, er überholt uns.

Picture (c) BeeTee

nur einer ist belegt, als wir um 15 Uhr dort ankommen. Wir suchen die schönste Campsite aus und machen uns breit und bereiten das Abendessen vor. Unterwegs durch das Deception Valley fragen wir uns, was daran denn so toll sein soll, durch die andauernde Dürre gibt es so gut wie kein Wild, es ist eine weite Ebene mit Grasland, ab und zu gibt es ein paar Akazien, die beim näheren Hinsehen alle als Schattenspender

Picture (c) BeeTee

An die Oryxe, die dank ihrer spitzen Hörner effektive Waffen haben und an die sich selbst Löwen nur vorsichtig herantrauen, kommen wir selten näher als 15 m. Häufig sehen wir nur die Buschhörnchen, die sogar unter der Fahrbahn ihre Bauten haben. Nach einem gelungenen Abendessen an einem der einsamsten Campsites im südlichen Afrika gehen wir früh ins Bett, das Aufstehen um 4 Uhr morgens fordert seinen Tribut.

Picture (c) BeeTee

Jede Campsite im Deception Valley ist mindestens 1 km von der nächsten entfernt, im Passarge Valley liegen die Campsites sogar bis zu 18 km auseinander. Nur wenige Stunden späterer, der Mond ist noch nicht aufgegangen, weckt uns ein fruchterregendes Grollen direkt an der Dusche, das Geräusch,

Schüssel. Uns klopft das Herz bis zum Hals, wir sind hellwach, das Adrenalin schießt ins Blut „Was machen wir jetzt?“ flüstern wir uns zu, das Tier ist immer noch da und dreht eine weitere Runde schnurrend und grollend ums Auto. Eine Ewigkeit später erscheint das Geräusch ein wenig weiter weg vom Auto, langsam normalisiert sich der Herzschlag ein wenig, doch gleich drauf ist es wieder direkt am Auto. Ausgerechnet in dieser Nacht hatten wir das Zelt zum ersten Mal nicht ganz zugemacht, nur das Moskitonetz trennt uns von der Bestie. Und wenn es ein Leopard ist? 

Lion and Lioness

Als es langsam hell wird hören wir das Tier zum letzten Mal und langsam und vorsichtig in die Runde spähend trauen wir uns einige Zeit später wieder auf den Boden hinunter.
Was für eine Nacht!
Die Spuren am Boden zeigen später, es war wirklich ein ausgewachsener Leopard gewesen. Noch beim Schreiben stellen sich mir die Haare. Was, wenn der Leopard uns schnarchen gehört hätte und ins Zelt gekrochen wäre, bevor wir wach wurden?

Picture (c) BeeTee

Für wirklich gute Fotos kommen wir aber selten heran, die Giraffen flüchten, sobald sie den Wagen sehen. Wir versuchen, sie nicht davon zu jagen, denn bei den Temperaturen müssen die Tiere ja sowie so schon mit ihren Energiereserven haushalten und vom Weg ab fahren wir ja auch nicht. Man merkt den Tieren im CKGR einfach an, dass sie nicht sehr oft Autos sehen.

Afrika 3 19.20.21.22.9. Mopipi Kalahari_169

von uns, auf der anderen Seite durch die Löwin.
Da uns das entschieden zu langweilig ist, fahren wir nach 10 Minuten weiter. An der Abzweigung in Richtung Piper Pan ist vieles verbrannt und so fahren wir weiter in die Phokoje Pan. Von da bis in die Phukwi Pan sind wieder verbrannte Stellen zu sehen, manche ganz frisch, manche schon älter, so dass es schon wieder grün sprießt.

Picture (c) BeeTee

 Die San wurden in den 1990er Jahren durch die Regierung  aus der Kalahari zwangsausgesiedelt, das Dorf Xade, in dem viele von ihnen gelebt hatten und wo es Bohrlöcher mit Trinkwasser, ein Krankenhaus und Schule gab, ist nur noch eine Geisterstadt, sie kamen in das Dorf  New Xade außerhalb  des Parks, wo sie ohne Jagdmöglichkeit in unwirtlichen Gebiet dahinvegetierten. Bereits vor der Zwangsaussiedlung konnten die meisten von ihnen im Reserve wegen der

Picture (c) BeeTee

nehmen und so wird geschätzt, dass bis zu 200 von ihnen, in den Augen der Regierung illegal, wieder zurückgekehrt sind. 
Wir fahren bis in das Passarge Valley, da sogar bis zur zweiten Campsite, da hier nirgendwo Leben zu sein scheint, es gibt sogar auf über 100 km keine Oryx-Antilopen mehr und nur noch selten Buschhörnchen. An der Campsite in Passarge Valley hört man nicht mal einen Vogel singen. Nach der Erfahrung der letzten Nacht trauen wir

Picture (c) BeeTee

Herden kann man noch nicht sagen, mit einem oder zwei Jungen dabei, kreuzen unseren Weg. Ab der Leopard Pan ist es wieder so belebt wie im Deception Valley. Wir frühstücken an irgend einer schönen Campsite und machen Tempo, um ans Wasserloch zu kommen.   

Picture (c) BeeTee

Dass das in absehbarer Zeit nicht der Fall sein wird, ist klar. Seit in Botswana in den letzten Jahrzehnten wegen der Maul- und Klauenseuche mit den so genannten Vet Fences wilde Tiere und domestizierte Tiere, verseuchte von nicht verseuchten Gebieten von einander getrennt wurden, verendeten in der Kalahari und anderswo in Botswana hunderttausende von Tieren, denen auf einmal der Weg ins Okavango-Delta versperrt war. 

Picture (c) BeeTee

Zebras gibt es fast nicht mehr und auch die Impalas, die auf Wasser innerhalb weniger km angewiesen sind, werden immer weniger. Wir hatten Glück und haben relativ viele Giraffen gesehen. Sogar einige Male im Schatten unter Bäumen liegend, ein sehr seltenes, aber verständliches  Verhalten....

Picture (c) BeeTee

Wir drehen noch mal eine Runde um die Pan, finden und finden eine Oryx-Großfamilie. Am Abend machen wir ein schönes großes Feuer und sind fast enttäuscht, als die Nachbar-Campsite bezogen wird. Nun sind wir nicht mehr alleine.
Der Sonnenuntergang ist trotzdem sehr schön und morgen kehren wir in die so genannte Zivilisation zurück mit vielen neuen Eindrücken.

Picture (c) BeeTee

   <<< zurück zur vorherigen Seite   -   weiter zur nächsten Seite >>>  

Galerie des Tages
Um die Bilder im Großformat sehen zu können, bitte auf Diaschau klicken.

Flagge Bot

Karte mit den Campsites im Central Kalahari
und Khutse GR als PDF:

   <<< zurück zur vorherigen Seite   -   weiter zur nächsten Seite >>>  

Ländernavigation
Ländernavigation
Ländernavigation

  Reisebuchung   Bücherecke   Southerndreams Tour 2008 Kontakt   Meet the Oceans 2009   Impressum   Banner